Jochen Schanotta von Georg Seidel


Theater Magdeburg, Schauspielhaus


Premiere: 16. April 2010

Regie: Susanne Chrudina
Bühne und Kostüme: Achim Maximilian Naumann D'Alnoncourt
Mit: Iris Albrecht, Julia Schubert; Alexander Absenger, Andreas Guglielmetti, Silvio Hildebrandt, Marc Rißmann

„Man hätte das nie mitmachen dürfen.“ – Jochen Schanotta will nicht mehr, will sich nicht mehr einfügen in die gutgemeinten Vorschriften, die ihn überall umstellen. Ob zu Hause oder in der Schule, überall empfangen ihn Erwartungen und jahrelang hat er sie nicht nur erfüllt, sondern auch noch übertroffen. Aber dass er die besten Aussichten hatte, macht sein Ausscheren für Mutter und Lehrer nur umso verstörender. In der rigorosen Reaktion, die er hervorruft, offenbaren sich die nur noch leidlich kaschierten Verunsicherungen der DDR der 80er Jahre. Doch darüber hinaus ist er mit seinem Beharren auf einer impulsiven Lebenslust und seine Skepsis gegenüber den Kompromissen des Alltags auch der Archetyp des jugendlichen Provokateurs, dessen Verweigerung die verdrängten Zweifel der Gesellschaft an die Oberfläche spült.

Georg Seidel, 1945 in Dessau geboren, war als Bühnenarbeiter, Bausoldat und Beleuchter sowie als dramaturgischer Mitarbeiter am Deutschen Theater Berlin tätig. Ab 1987 erlaubten erste Erfolge und Auszeichnungen dem „sanften Anarchisten“ (Maik Hamburger) die Existenz als freier Schriftsteller. Seidel starb 1990 in Ostberlin